Abschluss der Territorialversammlung, Wahl der Delegierten für die internationale Versammlung in Rom und gemeinsame Erklärung

Die Versammlungen am Sonntag, dem 14. Februar, fanden alle im Plenum statt, sie waren für den Vormittag angesetzt und dauerten bis zum Mittag. Bis dahin wurden die Arbeiten am Text der Statuten und die Wahl der Delegierten für die internationale Versammlung abgeschlossen. Eine Vorwahl jener, die aus dem Territorium an der Internationalen Versammlung des Regnum Christi vom 30. Mai bis 3. Juni 2016 teilnehmen werden, fand schon am Samstagabend statt.

Einen Schwerpunkt bildeten der Austausch und die Abstimmung im Plenum hinsichtlich des Platzes und der Rolle der Laien innerhalb der Bewegung, die im Kapitel 7 der Statuten beschrieben sein wird. Da dieser Abschnitt eine Reihe wichtiger kirchenrechtlicher Implikationen hat, die besonders für die Zukunft der ganzen Gemeinschaft von großer Bedeutung sind, war er schon lange vor der Territorialversammlung in den Regionen intensiv vorbereitet worden. Dazu hatten den Mitgliedern ausführliche Darlegungen und Dokumente zur Geschichte des Regnum Christi und zum Kirchenrecht zur Verfügung gestanden.
Wahl der Delegierten für die Internationale Versammlung
Zu Beginn der Wahl der Delegierten für die Internationale Versammlung des Regnum Christi in Rom erhoben sich alle Teilnehmer von ihren Stühlen und beteten im Gesang das Gebet „Veni, Sancte Spiritus…“ (Komm‘ Heiliger Geist).

Von den anwesenden 27 Mitgliedern des Regnum Christi aus der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa sollten dafür in geheimer Form vier gewählt werden. Jeder Wahlberechtigte konnte vier Namen auf einen Stimmzettel schreiben. Am Ende wurden die Stimmzettel im Plenum vor den Augen aller eingesammelt und mit lauter Stimme im Saal ausgelesen. Dies wiederum geschah nach dem Sechsaugenprinzip.
Die gewählten Delegierten für die internationale Versammlung sind: Sebastian Hoogewerf (Österreich), Emmanuelle de la Guillonnière (Frankreich), Karl-Olaf Bergmann (Deutschland), Raphael Grötsch (Deutschland). Die Akte zur Territorialversammlung, die nach Rom geschickt wurde, wird öffentlich sein und kann dann im Internet eingesehen werden.

Gemeinsame Erklärung
Zum Abschluss verfassten die Teilnehmer der Territorialversammlung noch folgende gemeinsame Erklärung, die in alle Sprachen der Teilnehmer übersetzt wurde:
Erklärung
der Delegierten des Regnum Christi
(Territorialversammlung für West- und Mitteleuropa)
Wir, die Delegierten des Regnum Christi in der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa, versammelten uns als Territorialversammlung vom 12. bis 14. Februar 2016 in Bad Münstereifel. Der Versammlung gehörten 27 Mitglieder der Bewegung an, Frauen und Männer, die stimmberechtigt waren. Teilgenommen haben außerdem drei Legionäre Christi und drei gottgeweihte Frauen im Regnum Christi. Die Gruppe spiegelte mit Teilnehmern aus zehn Länder und vier Sprachgruppen die Realität unseres Territoriums. Die Versammlung leitete P. Andreas Schöggl LC (Territorialdirektor) und war vom Sekretär, P. Daniel Preciado LC, und der Territorialkommission für den Revisionsprozess vorbereitet worden.
Ein Ziel der Territorialversammlung war es, über die verschiedenen Kommentare und Anträge zu den Statuten des Regnum Christi zu beraten und abzustimmen, die in den Vormonaten von den Mitgliedern des Regnum Christi in den verschiedenen Regionen unserer Ordensprovinz erarbeitet worden waren. Die Delegierten stimmten schließlich über jene Anträge ab, die an die internationale Versammlung weitergeleitet werden sollen. Ein weiteres Ziel war die Wahl derjenigen Delegierten, die vom 30. Mai bis 3. Juni in Rom an der internationalen Versammlung des Regnum Christi teilnehmen werden.
Die Territorialversammlung war Teil des Revisionsprozesses des Regnum Christi mit dem Anliegen, in Charisma, Spiritualität und Sendung der Bewegung zu vertiefen, die Einheit unserer geistlichen Familie zu bewahren und sie zu befähigen, ihren spezifischen Auftrag bei der Evangelisierung zu erfüllen. Während der Territorialversammlung wurde insbesondere über die spezifische Berufung und den Platz und die Rolle der Laien innerhalb der Bewegung beraten.
In der Versammlung berieten wir über die sieben Kapitel der Statuten für die Mitglieder des ersten und zweiten Grades im Regnum Christi (Kapitel 1 – Identität, Ziel und Spiritualität; Kapitel 2 – Apostolisches Wirken; Kapitel 3 – Geistliches Leben; Kapitel 4 – Ausbildung; Kapitel 5 – Mitglieder, Beitritt und Austritt; Kapitel 6 – Struktur der Bewegung; Kapitel 7 – Leitung und kanonische Struktur).
Während des ganzen Wochenendes erfuhren wir untereinander eine tiefe Einheit im Geist, eine konstruktive Teamarbeit und einen intensiven Austausch. Wir sind dankbar für diese besondere Erfahrung im und als Regnum Christi.
Wir danken auch allen Mitgliedern für ihre Mitarbeit und ihr Vertrauen auf dem gemeinsam beschrittenen Weg der Revision. Besonders danken wir den Legionären Christi und Gottgeweihten im Regnum Christi für ihre spirituelle Begleitung, ihren Rat und die tatkräftige Unterstützung in so vielen Bereichen bis hin zur Gastfreundschaft der Ordensleute hier in der Apostolischen Schule in Bad Münstereifel. Wir sind uns auch bewusst, dass dies alles ohne das Gebet so vieler Mitglieder und Freunde nicht möglich gewesen wäre. Davon haben wir uns sehr getragen gefühlt! Nicht vergessen sind auch unsere Familien zu Hause, die uns dieses Engagement im Regnum Christi ermöglicht haben und ermöglichen.
* Die gewählten Delegierten für die internationale Versammlung sind: Sebastian Hoogewerf (Österreich), Emmanuelle de la Guillonnière (Frankreich), Karl-Olaf Bergmann (Deutschland), Raphael Grötsch (Deutschland).
** Die Akte zur Territorialversammlung, die nach Rom geschickt wurde, wird öffentlich sein und kann im Internet eingesehen werden.
*** Anhang: Liste aller Teilnehmer und Gruppenfoto.




Die Mehrsprachigkeit ist am zweiten Tag sehr gut eingespielt. Die Beiträge erfolgten in lebendiger Abfolge teils auf Deutsch, Englisch und Französisch. Als Übersetzer fungierten Mitglieder, die mehrere Sprachen beherrschen. Die Schlussfassung der Statuten wird letztlich auf Spanisch abgefasst sein, in dieser Sprache wird der Text auch dem Heiligen Stuhl zur Approbation vorlegt werden. Eine Übersetzung in die verschiedenen Landessprachen erfolgt erst im Anschluss daran. Die vielen sprachlichen Anmerkungen während der Territorialversammlung, die sowohl in den Arbeitsgruppen als auch im Plenum vorgetragen werden, erlangen spätestens bei der Übersetzung des approbierten Textes in die Landessprachen wieder Bedeutung, da es gerade dann auf sprachliche Feinheiten ankommen wird.
Für die Abstimmungen nutzten die Delegierten währen der ganzen Territorialversammlung Sichtkarten in drei verschieden Farben, die immer in zwei Schritten zur Anwendung kamen:



Die Arbeitsgruppen besprachen und erwogen dabei verschiedene kirchenrechtliche Modelle und brachten diese zur Abstimmung. Dies auch in dem Bewusstsein, dass jene kirchenrechtlichen Strukturfragen kein Selbstzweck sind und es auch diesen vor allem darum geht, die Einheit einer geistlichen Familie zu bewahren und sie zu befähigen, ihren spezifischen Auftrag bei der Evangelisierung zu erfüllen. Das letzte Wort in dieser Sache hat am Ende des Revisionsprozesses der Heiligen Stuhl.
Die Territorialversammlung begann am 12. Februar mit einer hl. Messe 10 Uhr in der Hauskapelle der Apostolischen Schule. In seiner Predigt nahm P. Andreas Schöggl LC (Territorialdirektor) direkt Bezug zum Tagesevangelium, „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.“ P. Andreas hob hervor, dass zunächst wir Menschen uns zu Gott bekehren müssen, Gott gibt uns vor, wie er sich unser Fasten vorstellt. Das Ziel der Fastenzeit sei es letztendlich, eins mit Christus zu werden.
Gleich darauf eröffnete P. Andreas die Versammlung im Plenum. Als großer Versammlungsraum diente die Turnhalle der Apostolischen Schule. P. Andreas stellte den Delegierten zunächst die Ziele, Modalitäten und Dynamiken der Territorialversammlung vor, dazu gehörte auch die Einteilung der vier Arbeitsgruppen.
Die Arbeitsgruppen waren prinzipiell nach Sprachgruppen eingeteilt. An der Versammlung nehmen Mitglieder aus Ungarn, Irland, Frankreich, Polen, Großbritannien, Österreich und Deutschland teil. Den weitesten Anreiseweg hatte der Delegierte der Elfenbeinküste. Die verschiedenen Beiträge wurden simultan übersetzt.