Der noch vor uns liegende Weg

Brief von P. Eduardo Robles Gil LC, Jorge López und Gloria Rodríguez über die 2. und 3. Etappe zur Erstellung der neuen Gesamtstatuten des Regnum Christi.

Am 12. Oktober 2016 haben die Leiter der Legionäre Christi und der gottgeweihten Frauen und Männer des Regnum Christi einen gemeinsamen Brief an alle Mitglieder geschrieben, den wir nun auch in deutscher Übersetzung veröffentlichen.

Sie lassen den bisherigen Prozess zur Erstellung der neuen Gesamtstatuten des Regnum Christi revuepassieren und teilen mit, dass mit der Internationalen Versammlung der Laienmitglieder des Regnum Christi im Juni 2016 in Rom die erste Etappe abgeschlossen wurde.

In der nun beginnenden zweiten Etappe werden die verschiedenen Vorschläge kirchenrechtlich überarbeitet und ein Entwurf der neuen Regnum-Christi-Statuten erstellt, der im Mai 2017 vorliegen wird.

Danach folgt die Validierung durch die einzelnen Zweige im Regnum Christi und durch eine Generalversammlung des Regnum Christi (dritte Etappe, bis April 2018) sowie die Vorlage des Textes zur Approbation beim Heiligen Stuhl (vierte und letzte Etappe).

Eduardo Robles Gil, Gloria Rodríguez und Jorge López laden alle Mitglieder des Regnum Christi ein, diesen Weg mit Interesse, Offenheit, Gottvertrauen und Gebet sowie mit nicht nachlassendem Engagement für den Evangelisierungsauftrag der Bewegung weiterzugehen.

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Jorge López, P. Eduardo Robles-Gil LC  und Gloria Rodríguez


 

Dein Reich komme!

Prot. DG-RC 0349-2016
Clas. III.5.10

12. Oktober 2016

An die Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi
An die Gottgeweihten Laien vom männlichen Zweig des Regnum Christi
An die Legionäre Christi
An alle Laienmitglieder der Bewegung

Liebe Freunde in Christus,

in vielen Ländern feiert heute die Kirche die allerseligste Jungfrau Maria, wobei die Volksfrömmigkeit hierfür unter verschiedenen Titeln und Anrufungen überall innige Ausdrucksformen findet. Unter ihrem mütterlichen Blick wenden wir uns an alle Mitglieder des Regnum Christi, um uns gemeinsam den Weg in Erinnerung zu rufen, den wir in den letzten Jahren im Rahmen des Redaktionsprozesses der Generalstatuten der Bewegung zurückgelegt haben. Außerdem möchten wir Ihnen mitteilen, welche Schritte wir in den nächsten Monaten gemeinsam tun werden, und schließlich ein paar Haltungen empfehlen, die Ihnen bestimmt helfen werden, diese Zeit für Ihre persönliche Heiligung gewinnbringend einzusetzen und den Dienst der Bewegung an unseren Mitmenschen und an der Kirche fruchtbar zu machen.

(1) Der bisher zurückgelegte Weg

Im November und Dezember 2013 haben die Generalversammlungen der Gottgeweihten Frauen und der Gottgeweihten Laien des männlichen Zweigs, ebenso wie im Januar und Februar 2014 das Generalkapitel der Legionäre Christi, ihr Selbstverständnis zum Ausdruck gebracht, Teil der Bewegung Regnum Christi zu sein, an einem gemeinsamen Charisma teilzuhaben sowie ein und dieselbe Spiritualität und Sendung mit weiteren katholischen Gläubigen zu teilen, die diese gemäß ihrer eigenen Berufung leben. Diese gegenseitige Ergänzung der Berufungen sahen wir als eine Kraft an, die der Bewegung verliehen ist und die sich besonders positiv auf die Evangelisierung auswirkt. Gleichzeitig erkannte das Generalkapitel „die eigene Leitung der gottgeweihten Zweige als einen Fortschritt zugunsten der Konsolidierung des gesamten Regnum Christi“ an (CCG 2014, 28).

Am 19. März 2014 wurde das Generalleitungskomitee des Regnum Christi gebildet mit dem Ziel, „dass alle Zweige der Bewegung Regnum Christi gemeinsam am Evangelisierungsauftrag der Bewegung mitwirken und dafür Verantwortung übernehmen“ (Regierungsakt Nr.1/2014). Weiterhin genehmigten wir die Rahmenordnung für die Zusammenarbeit in der Sendung, die eine „einstweilige Lösung ist und der Notwendigkeit entspringt, kurzfristig den Anforderungen zu entsprechen, die bei der Koordinierung unserer Sendung in der Evangelisierung entstehen“ (Brief vom 19. März 2014, spanisch). Von dieser haben wir uns während der letzten zweieinhalb Jahre leiten lassen und dadurch Hilfestellung erfahren und gelernt, die Bewegung gemeinsam zu leiten.

Am 3. Juli 2014 hat die Kongregation für die Institute Geweihten Lebens und die Gesellschaften Apostolischen Lebens die Ernennung unseres Päpstlichen Assistenten, Pater Gianfranco Ghirlanda S.J., bekanngemacht und ihm insbesondere die Aufgabe zugewiesen, uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um „eine angemessene kanonische Rechtsform für […] das Regnum Christi und eine geeignete Beziehung unter den verschiedenen Berufungen, die ihm angehören, zu finden“ (Brief des Generaldirektors an die Legionäre Christi vom 3. Juli 2014, spanisch).

Am 2. Oktober 2014 wurde der Redaktionsprozess der Generalstatuten des Regnum Christi offiziell eingeleitet. Diese Statuten sollten eine Beschreibung des Charismas und der Spiritualität enthalten und ebenso „die am besten geeignete rechtliche Ausgestaltung, um jene Einheit zu fördern, die […] in der gemeinsamen Sendung besteht (Brief des Generaldirektors an die Mitglieder des 1. und 2. Grades des Regnum Christi, 2. Oktober 2014). Während der ersten Etappe sollten die Laienmitglieder des ersten und zweiten Grades zum Ausdruck bringen, wie sie das Charisma des Regnum Christi leben –in ganz ähnlicher Weise wie es die Generalversammlungen und das Generalkapitel getan haben.

Die Territorialversammlungen während der ersten Monate dieses Jahres stellten einen wichtigen Meilenstein innerhalb dieses Prozesses dar, an dem sich alle Mitglieder beteiligen konnten. Bei den Versammlungen warten auch einige Legionäre und gottgeweihte Mitglieder dabei und konnten so ihre Erfahrung einbringen, die sie im Dienst und beim Aufbau der Bewegung im Laufe der Jahre erworben hatten. Bei den Territorialversammlungen wurde die Mehrzahl der Delegierten gewählt, die an der Internationalen Versammlung der Laienmitglieder teilnahmen. Diese fand in Rom um das Herz-Jesu-Fest statt, das den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete, das wir anlässlich der 75 Jahre unserer Gründung begingen.

Die erste Etappe des Redaktionsprozesses fand mit der Internationalen Versammlung in Rom ihren Abschluss. Am 4. Juni wurden in einem Brief des Generaldirektors die wichtigsten Ergebnisse, zu denen die Laienmitglieder des Regnum Christi gelangt waren, mitgeteilt. Darunter ist hervorzuheben, dass einige wesentliche Bestandteile der Identität der Mitglieder des Regnum Christi bestätigt wurden, so zum Beispiel das geistliche Leben als fortschreitende Entwicklung des göttlichen Lebens, die die Mitglieder zur Gleichgestaltung mit Christus führt; die ganzheitliche Ausbildung; das Apostolat als Antwort auf den inneren Ruf zur Evangelisierung; die persönliche Begleitung; und das Teamleben. Die Laienmitglieder hatten den ausdrücklichen Willen, keine eigenständige juristische Person zu bilden. Sie haben sich dafür entschieden, sich als Einzelpersonen an das Regnum Christi als Ganzes und nicht an einen seiner gottgeweihten Zweige zu binden. Als Träger des Charismas der Bewegung bekundeten sie ihren Willen, aktiv und verantwortungsbewusst auf den verschiedenen Ebenen der gemeinsamen Leitungsgremien der Bewegung Regnum Christi mitzuwirken und insbesondere bei Entscheidungen, die ihre eigene Lebensweise betreffen, mitzubestimmen.

Vom 28. Juni bis zum 1. Juli fand in Rom die 2. Gemeinsame Vollversammlung der Generalräte des Regnum Christi statt, an der die jeweiligen Mitglieder der Generalleitungen der gottgeweihten Zweige und einige Laienmitglieder teilnahmen. Wie uns unser Generaldirektor in seinem Brief vom 2. Juli mitgeteilt hat, wurden hierbei die Ergebnisse des Generalkapitels und der Generalversammlungen von neuem überdacht und die Beiträge der Internationalen Versammlung der Laienmitglieder erörtert. Wir hatten die Gelegenheit, aus der Erfahrung anderer kirchlicher Gruppen zu lernen, die – wie wir – ein gemeinsames Charisma besitzen, das auf verschiedene Weisen gelebt wird. Das half uns zu verstehen, welche kirchenrechtliche Gestalt sie derzeit haben, welchen Weg sie zurückgelegt haben, um dorthin zu kommen, und was diese praktisch für ihr Leben und ihre Sendung bedeutet.

Die Zentralkommission stellte uns einige Kriterien für die Redaktion der Generalstatuten vor, und diese wurden anschließend von den Teilnehmern bestätigt. Ebenso erwogen wir verschiedene rechtliche Gestalten, die nach derzeitigem Kirchenrecht möglich sind. So konnten wir deren jeweilige Vor- und Nachteile einschätzen, so weit wie möglich verstehen, was jede von ihnen mit sich bringt, und uns auf eine wohlinformierte Entscheidung zugunsten jener Rechtsform vorbereiten, die das Charisma der Bewegung am ehesten ausdrückt, es schützt, bewahrt und fördert. Bei unseren Überlegungen über die verschiedenen Optionen in Bezug auf Leitung und Verwaltung suchten wir nach dem, was am ehesten die Einheit und Zusammenarbeit in der Sendung fördert, die Teilnahme aller am Charisma und die entsprechende Mitverantwortung, sowie die Autonomie im internen Leben der Zweige, d.h. der Legionäre, der Gottgeweihten Laien des männlichen Zweigs und der Gottgeweihten Frauen. Solche Erwägungen hatten stets Vorang gegenüber lediglich organisatorische Fragen.

Im vergangenen September fand in Rom die Versammlung der Territorialdirektoren statt, bei der wir den genannten Oberen in konzentrierter Form die Erfahrung vermitteln wollten, die wir bei der Gemeinsamen Vollversammlung der Generalräte des Regnum Christi gemacht hatten, und bereit waren, ihre Anmerkungen entgegenzunehmen. Gemeinsam dachten wir über die Identität und Sendung nach, die uns der Herr zum Wohl der Kirche geschenkt hat, und wie es gelingen kann, sie in den Generalstatuten „die eigene Berufung und Eigenart“ der Bewegung, die „in den Grundnormen […] über die Leitung des Instituts und über die Lebensordnung der Mitglieder, über Eingliederung und Ausbildung der Mitglieder enthalten sind […] möglichst getreu zu erhalten“ (vgl. can. 587 CIC).

Da dieser Prozess nicht von bloß theoretischen Erwägungen, sondern von einer gelebten Geschichte ausgeht, hat Salvatore Bonventre, Mitarbeiter im Historischen Generalarchiv , uns eine Quellenstudie über die Beziehung zwischen den Legionären Christi und der Bewegung und deren Entwicklung im Laufe der Zeit präsentiert.

Auch wurden mit den Territorialdirektoren die von der Gemeinsamen Vollversammlung vorgeschlagenen Redaktionskriterien besprochen und bestätigt. Eine gewisse Zeit widmeten wir dem Studium und der Diskussion der für die Bewegung zur Wahl stehenden Verwaltungs- und Leitungsmodelle wie auch möglicher kirchenrechtlicher Optionen, was jedoch noch des Gebets, der Reflexion und Prüfung bedarf.

Wir haben uns aber für keine der Möglichkeiten entschieden, die uns das geltende Recht zur Auswahl stellt, da das ein Aufgabe ist, die der Generalversammlung des Regnum Christi sowie, in deren Vorfeld, dem Außerordentlichen Generalkapitel der Legionäre Christi und den Außerordentlichen Generalversammlungen der gottgeweihten Mitglieder zukommt. Was allerdings vom juristischen Standpunkt aus gesehen am ehesten dem entspräche, was uns der Verlauf des Erneuerungswegs, unsere längere Geschichte und die Erfahrung der letzten zweieinhalb Jahre lehrt, ist, dass es sich bei der Bewegung Regnum Christi um eine Föderation dreier gottgeweihter Zweige handelt, der sich Laienmitglieder unmittelbar als Einzelpersonen anschließen.

Diese kanonische Gestalt scheint am ehesten sowohl die Einheit der Bewegung als auch ihre Wirksamkeit im Apostolat zu gewährleisten, dank gemeinsamer Leitungsgremien, an denen alle teilnehmen können, wie auch aufgrund der rechtmäßigen Selbständigkeit im internen Leben der einzelnen Zweige, d.h. der Legionäre Christi, der Gottgeweihten Frauen und der Gottgeweihten Laien des männlichen Zweigs. Zugleich ist es nach diesem Schema möglich, dass jeder Zweig auch über die Güter verfügt, die es ihm gestattet, seinen Zweck so zu erfüllen, wie er in den Konstitutionen und Statuten festgelegt ist.

Wir, die Generaldirektoren und unsere Räte, sind uns bewusst, dass bei dem Gedanken, dass das Regnum Christi sich vom kirchenrechtlichen Standpunkt aus gesehen die Gestalt einer Föderation geben könnte, der eine oder andere sich unwohl fühlen oder gewisse Vorbehalte hegen könnte. Wenn Neues ansteht, gibt es normalerweise solche Reaktionen. Unserer Meinung nach sollten wir uns daher alle die Mühe machen – ehe wir voreilige Schlüsse ziehen, die uns den Frieden rauben –, uns angemessen darüber zu informieren, was dieser Schritt beinhaltet und was nicht, damit unsere Fragen und Sorgen wohlinformiert sind. Im Entwurf wird auf jeden Fall angegeben werden, aus welchen Gründen bestimmte Vorschläge bevorzugt werden.

Es ist klar, dass die konkret Ausgestaltung einer Föderation sowie die Frage ihrer Errichtung in ihrer Tragweite noch zu prüfen sind. Das trifft ebenso auf die Bestimmung dessen zu, was uns allen gemeinsam und was jedem Zweig eigen ist, wie auch auf die Gestaltung und Zuständigkeit der Leitungsgremien. Gleiches gilt insofern, als der Entwurf aussagen muss, wodurch die Einheit, die unserem Charisma und unserer Sendung entspricht, geschützt und gewährleistet wird. Weiterhin muss der Entwurf auch das Erbe bewahren, das wir uns im Laufe des Erneuerungswegs erworben haben.

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(2) Der noch vor uns liegende Weg

Mit dem Abschluss der Internationalen Versammlung der Laienmitglieder hat die zweite Etappe des Wegs der Erarbeitung der von der Zentralkommission vorgeschlagenen Generalstatuten begonnen. Ziel dieser Etappe ist es, den Entwurf der Statuten so zu verfassen, dass er die bisher gewonnenen Überzeugungen nach den eben erläuterten Kriterien zusammenfasst.

Die enge Verbindung zwischen der Redaktion des Entwurfs und der Erfahrung, die wir in der Leitung der Bewegung und ihrer gottgeweihten Zweige erworben haben, ist unleugbar. Der Empfehlung der Mitglieder der Zentralkommission für die Redaktion der Statuten folgend hat deswegen der Generaldirektor nach Anhörung des Generalleitungskomitees des Regnum Christi die Kommission aufgelöst und ihre Aufgaben dem Generalleitungskomitee des Regnum Christi übertragen. Der Entwurf wird also vom Generalleitungskomitee mithilfe des Päpstlichen Assistenten und der Unterstützung eines unter dem Vorsitz von Pater Sylvester Heereman stehenden Redaktionsteams erarbeitet werden. Ich möchte den Mitgliedern der Kommission für die qualitativ hochwertige Arbeit und für ihren aufrichtigen und verantwortungsbewussten Einsatz, den sie in dieser Phase bewiesen haben, öffentlich meinen Dank aussprechen.

Der Entwurf der Statuten wird voraussichtlich bis Mai 2017 zum Versand an alle Mitglieder bereit sein. Damit wird dann die dritte Etappe des Prozesses eingeleitet werden, die darin besteht, dass die Mitglieder aller Zweige den Entwurf einer Revision unterziehen. Das wird nach verschiedenen Modalitäten geschehen.

Zunächst werden sich alle Mitglieder mit dem Entwurf persönlich oder in kleinen Gruppen, in Teams, Gemeinschaften oder auch in ihren Niederlassungen vor Ort eingehend vertraut machen, ihn kennen lernen und über ihn nachdenken. In einer zweiten Phase werden von September bis November 2017 Territorialversammlungen des Regnum Christi stattfinden. An ihnen werden Legionäre, Gottgeweihte Frauen, Gottgeweihte Laien vom männlichen Zweig und Laien, alle mit Sitz und Stimme, teilnehmen. Allerdings muss die Geschäftsordnung mit den genaueren Regeln hierfür noch verfasst werden. Die dritte Phase wird im April 2018 beginnen, wenn eine Generalversammlung des Regnum Christi gehalten wird, an der Vertreter aller zur Bewegung gehörigen Lebensformen teilnehmen werden. Ihre Aufgabe wird es sein, die Generalstatuten einer Revision zu unterziehen, sie zu genehmigen und dem Heiligen Stuhl zu dessen Approbation vorzulegen.

Ebenso ist vorgesehen, dass die Legionäre Christi unmittelbar vor der Generalversammlung des Regnum Christi ein Außerordentliches Generalkapitel und auch die Gottgeweihten Laien vom männlichen Zweig sowie die Gottgeweihten Frauen jeweils eine Außerordentliche Generalversammlung abhalten. Die Generaldirektoren der Zweige werden diese in Übereinstimmung mit dem jeweiligen Eigenrecht einberufen. Im Fall der Legionäre und der Gottgeweihten Frauen setzt dies vorangehende Territorialversammlungen voraus. Auf diese Art und Weise werden alle Legionäre und gottgeweihten Mitglieder die Möglichkeit haben, durch ihre Vertreter ihre Stellungnahme zum Entwurf der Statuten in jenem Gremium abzugeben, das die höchste Autorität der Kongregation und der Vereinigungen der gottgeweihten Mitglieder darstellt.

(3) Wie wir diese Zeit leben sollten

Wie Sie feststellen können, werden 2017 und 2018 intensive Arbeitsjahre werden, die der Vorbereitung der Territorialversammlungen und der Generalversammlung dienen. Deswegen möchten wir Ihnen einige Empfehlungen mitgeben, damit wir alle diese Zeit tatsächlich als einen Moment der Gnade nutzen und nicht der Versuchung erliegen, uns in den rein praktischen Elementen zu verlieren.

An erster Stelle ermutigen wir alle, diesen Prozess mit einer kontemplativen und evangelisierenden Haltung zu leben. Wir müssen uns im Glauben vergegenwärtigen, dass das, worum der Herr uns durch die Vermittlung der Kirche und die Zeichen der Zeit gebeten hat, Ausdruck seiner Liebe ist und seine Liebe darin entdecken. Nur wenn wir die Gabe, die wir empfangen haben, von diesem übernatürlichen Standpunkt aus betrachten, werden wir dafür bereit sein, als Vermittler auftreten und dabei helfen zu können, das Charisma des Regnum Christi im Heute der Heilsgeschichte Gestalt annehmen zu lassen. Wenn wir vom Glauben ausgehen, bietet uns dieser Prozess eine Chance zur inneren Erneuerung und dazu, dem Enthusiasmus für die Sendung, die der Herr uns anvertraut, neuen Glanz zu verleihen.

An zweiter Stelle laden wir wirklich alle dazu ein, die Dinge reiflich zu bedenken und dadurch über subjektive Sichtweisen hinauszugehen. Es geht darum, dass wir uns – wenn man so will – für die Katholizität der Bewegung öffnen, einer Bewegung, die berufen ist inmitten verschiedener kultureller Kontexte und historischer Umstände Gestalt anzunehmen. Das verlangt von uns eine gute Portion des Freiwerdens und des Vertrauens auf den Herrn, zugleich aber auch einen übernatürlichen Sinn, der eine Gabe Gottes ist und dazu befähigt, das herauszulesen, was für die Identität und Sendung des Regnum Christi wahrhaft wesentlich ist und somit unser Charisma, die Spiritualität, den Lebensstil und die Sendung der Bewegung besser beschreiben zu können.

Wahrscheinlich kann man das Charisma und die Spiritualität der Bewegung nicht auf perfekte Weise formulieren, denn in Bezug auf übernatürliche Dinge ist unsere Sprache immer begrenzt. Ähnliches gilt in Bezug auf unsere kanonische Gestalt. Genauso wenig scheint es realistisch zu hoffen, dass alle mit der Formulierung vollkommen zufrieden sein werden. Statt aber nach Gründen zu suchen, weswegen etwas nicht funktionieren kann, sollten wir eher danach fragen, was die Bewegung innerhalb unserer jetzigen Möglichkeiten tatsächlich zum Funktionieren bringt – was wichtiger ist. Es ist nachvollziehbar und sogar ein gesundes Zeichen, wenn Argumente gegen die Vorschläge des Entwurfs eingebracht werden. In jedem Fall sind alle eingeladen, sich zu informieren und das, was vorgeschlagen wird, zu verstehen, anzuerkennen, was wir im Erneuerungsprozess schon erworben haben, und alternative Lösungsvorschläge zu machen.

An dritter Stelle bitten wir alle darum, diesen Prozess mit ihrem Gebet und der konkreten Umsetzung unseres Charismas im Leben zu unterstützen, untereinander einen vertrauensvollen Austausch und vor allem die Erfahrung zu fördern, die entsteht, wenn man sich für den Sendungsauftrag und den Dienst am Nächsten einsetzt. Wir hoffen, dass dieser Prozess uns allen dabei hilft, die Schönheit unserer Berufung und Sendung wiederzuentdecken. Wir können die Gelegenheit nutzen, um in der Tiefe unseres Herzens die gute Saat auszustreuen und auf diese Weise die Freude an einer gemeinsamen Arbeit zu erfahren, die die Einheit, die von unserer gemeinsamen Berufung ausgeht, immer mehr zeigt. Wenn unsere Wertschätzung und unser Verständnis für die Einheit in der Verschiedenheit wächst, also für das, was jede Berufung zur Bewegung beisteuert, wird unsere Lebensweise vielen Menschen dazu verhelfen, Jesus Christus zu begegnen und zu einem seiner Apostel zu werden.

Schließlich möchten wir alle dazu einladen, sich die Zeit zu nehmen, um sich in Ruhe und auch im Gebet eingehend mit den Dokumenten [auf Spanisch] auseinanderzusetzen, die den Weg kennzeichnen, den wir seit dem Abschluss des Außerordentlichen Generalkapitels und der Generalversammlungen der gottgeweihten Mitglieder gegangen sind. Mögen wir, weil wir diese Texte kennen und im Leben umsetzen, alle zu Propheten des Neuen Testamtens werden, die es wie Johannes der Täufer verstehen, die Stimme des Herrn zu erkennen und auf seine lebendige Gegenwart unter uns hinzuweisen.

Es ist dies eine Zeit der Hoffnung, in der wir an der Hand Mariens gehen wollen. Möge sie uns bei ihrem Sohn die Gabe des Heiligen Geistes erwirken, damit wir alles, was Jesus uns sagt, tun können.

Wir beten für Sie

Eduardo Robles Gil, L.C.
Gloria Rodríguez
Jorge López

2. Gemeinsame Vollversammlung der Generalräte

Vom 28. Juni bis 2. Juli 2016 fand die 2. Gemeinsame Vollversammlung der Generalräte von Legionären Christi, Gottgeweihten im Regnum Christi und Laien im Regum Christi in Rom statt.

Was ist die Gemeinsame Vollversammlung der Generalräte?

Es handelt sich um eines der Mitbestimmungsgremien, die in der Rahmenordnung für die Zusammenarbeit vorgesehen sind. Es handelt sich um ein Beratungsorgan, dem die drei Generaldirektoren der gottgeweihten Zweige mit ihren Räten, die Generalverwalter und fünf Laienmitglieder des Regnum Christi angehören. Seine Aufgabe besteht darin, jene strategischen Themen zu untersuchen, die sich auf die Sendung der Bewegung im Bereich der Evangelisierung beziehen. An den Vollversammlungen nimmt auch regelmäßig der Päpstliche Assistent für die Legionäre Christi, Pater Gianfranco Ghirlanda S.J., teil.

2016-07-02, Gemeinsame Vollversammlung der Leitungsräte 01

Gruppenfoto am Ende der Vollversammlung

Wer sind die 5 Laien-Mitglieder des Regnum Christi die teilnahmen?

Aus der Gruppe der 64 Delegierten Laien des Regnum Christi aus aller Welt nahmen die folgenden fünf Vertreter an dieser Vollversammmlung teil: José Antonio Lebrija (Mexiko), Carmen Fernández RodrÍguez (Spanien), Rebecca Teti (USA), Stefano De Pasquale Ceratti (Italien) y Francisco Gámez Arcaya (Kanada).

2016-07-02, Gemeinsame Vollversammlung der Leitungsräte 042016-07-02, Gemeinsame Vollversammlung der Leitungsräte 05

Welches Ziel verfolgte die 2. Gemeinsame Vollversammlung?

Jene Grundsätze sollten herausgearbeitet werden, von denen sich die Zentralkommission für die Revision der Statuten bei ihrer Redaktionsarbeit am Entwurf der Generalstatuten leiten lassen sollte. Als Ausgangspunkt für die Überlegungen dienten die Vorschläge des Generalkapitels und der Generalversammlungen der gottgeweihten Zweige sowie die Ergebnisse der jüngsten Internationalen Delegiertenversammlung der Laien des Regnum Christi (30. Mai bis 3. Juni 2016). Ebenso ließ sich die Vollversammlung von der praktischen Erfahrung leiten, die die Territorien und das Generalleitungskomitee in diesen zwei Jahren, seitdem die Rahmenordnung für die Zusammenarbeit in Kraft ist, selbst gesammelt haben.

Brief von P. Eduardo Robles Gil LC an alle Mitglieder des Regnum Christi

In einem weiteren Brief, vom 2. Juli 2016, am Ende der 2. Gemeinsamen Vollversammlung der Generalräte wendet sich der Generaldirektor erneut an alle Mitglieder. Im Brief gibt er einen Überblick über den Verlauf der Versammlung, benennt die Ergebnisse und skizziert die nächsten Schritte auf dem Weg des Revisionsprozesses der Statuten des Regnum Christi.

* * *

Dein Reich komme!

Prot. DG-RC 0255-2016

Clas. III.3.2

Rom, den 2. Juli 2016

An die Mitglieder des Regnum Christi

Liebe Freunde in Christus,

gestern haben wir am Sitz der Generaldirektion der Gottgeweihten Frauen mit einer hl. Messe unsere 2. Gemeinsame Vollversammlung der Generalräte des Regnum Christi abgeschlossen, die vom 28. Juni bis 1. Juli stattgefunden hat. Mit diesen Zeilen möchte ich Ihnen allen für Ihr Gebet danken und für die Unterstützung, die Sie uns haben zukommen lassen, damit wir gemeinsam ermitteln können, welche Absichten der Herr in diesem Moment mit der Bewegung verfolgt. Es waren Tage intensiven und freimütigen Austauschs, des gegenseitigen Zuhörens und des Hörens auf den Herrn sowie auch Tage der Gemeinschaft und des Zusammenlebens.

2016-07-02, Gemeinsame Vollversammlung der Leitungsräte 03Die Gemeinsame Vollversammlung ist eines der Mitbestimmungsgremien, die in der Rahmenordnung für die Zusammenarbeit vorgesehen sind. Es handelt sich um ein Beratungsorgan, dem die drei Generaldirektoren der gottgeweihten Zweige mit ihren Räten, die Generalverwalter und fünf Laienmitglieder des Regnum Christi angehören. Seine Aufgabe besteht darin, jene strategischen Themen zu untersuchen, die sich auf die Sendung der Bewegung im Bereich der Evangelisierung beziehen. Unser Päpstlicher Assistent, Pater Gianfranco Ghirlanda S.J., nahm diesmal fast jeden Tag an der Vollversammlung teil.

Wir hatten uns bei diesem Plenumstreffen vorgenommen, jene Grundsätze herauszuarbeiten, von denen sich die Zentralkommission für die Revision der Statuten bei ihrer Redaktionsarbeit am Entwurf der Generalstatuten leiten lassen sollte. Als Ausgangspunkt für unsere Überlegungen dienten uns die Vorschläge des Generalkapitels und der Generalversammlungen der gottgeweihten Zweige sowie die Ergebnisse der Internationalen Delegiertenversammlung der Laien des Regnum Christi. Ebenso ließen wir uns von der praktischen Erfahrung leiten, die die Territorien und das Generalleitungskomitee in diesen zwei Jahren, seitdem die Rahmenordnung für die Zusammenarbeit in Kraft ist, selbst gesammelt haben.

Um uns ein besseres Urteil bilden zu können, hatten wir Vertreter von vier kirchlichen Gemeinschaften eingeladen, die, wie wir, ein einziges Charisma besitzen, das durch verschiedene Lebensvollzüge zum Ausdruck gebracht wird. Es haben uns daher folgende Personen begleitet: Nunzia Boccia, von der charismatischen Familie des Murialdo; Pater Jacob Nampudakam, Generaloberer der Pallottiner und Kirchlicher Assistent der Vereinigung des Katholischen Apostolats; Lucía Herrerías, Präsidentin der Missionarischen Familie Verbum Dei; Luca Magri und Elisabetta Scomazzon von der Fokolar-Bewegung.

Wir baten sie darum, uns die Identität und Sendung ihrer kirchlichen Gemeinschaften vorzustellen. Sie erklärten uns ihre derzeitige kanonische Rechtsform und wie sie zu ihr gelangt waren, was oft auf schwierigen Wegen geschah, die sogar Jahrzehnte in Anspruch nahmen. Schließlich tauschten sie sich mit uns über die Vor- und Nachteile aus, die sich aufgrund ihrer jetzigen Vereinigungsform, die auch immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringt, im praktischen Leben ergeben. Danach stand Zeit zur Verfügung, um jedem von ihnen Fragen zu stellen. Das ließ uns erneut erkennen, dass die kanonische Rechtsform kein Selbstzweck, sondern ein Mittel und Werkzeug ist, was uns zu jener realistischen Einstellung verhalf, die aus dem Wissen heraus entsteht, dass es keine perfekten Lösungen gibt.

Am Mittwoch, den 29. Juni, stellten uns Salvatore Bonventre und Pater Rodrigo Ramírez, die im Generalarchiv für die Ordensgeschichte arbeiten, eine anhand von Dokumenten erarbeitete Studie über die Beziehung vor, die im Laufe der Geschichte zwischen den Legionären Christi und der Bewegung Regnum Christi geherrscht hatte.

Danach begannen wir mit der Überprüfung des vom Generalleitungskomitee approbierten Arbeitsdokuments. Die Textanalyse wurde separat von jedem Zweig durchgeführt. Am Donnerstag und Freitag kam es bei mehreren gemeinsamen Sitzungen zum Austausch, wobei jeder aufrichtig zum Ausdruck brachte, was die Meinung aller war.

Während des Plenumstreffens haben wir uns darauf verständigt, dass die Zentralkommission in dieser zweiten Etappe des Redaktionsprozesses bei der Vorbereitung des Entwurfs der Generalstatuten folgende Grundsätze berücksichtigen muss, die ein Ergebnis des Generalkapitels, der Generalversammlungen und der Internationalen Delegiertenversammlung sind:

 

  1. Das Charisma des Regnum Christi existiert tatsächlich und ist ein Geschenk Gottes, das in verschiedenen Lebensständen auf verschiedene Weise gelebt wird.
  2. Jeder Zweig des Regnum Christi besitzt seine eigene Identität.
  3. Die Zweige bilden eine einzige Bewegung Regnum Christi, in der sie Spiritualität und Sendung miteinander teilen.
  4. Diese eine Bewegung bedarf einer angemessenen Leitungsstruktur.

 

Es wurde gebeten, dass der Entwurf der Generalstatuten das Gemeinsame an Wesen und Charisma, an Spiritualität und Sendung des Regnum Christi sowie den wesentlichen Beitrag jeder Lebensform zum Ausdruck bringe.

Außerdem sollen die Statuten festlegen, welche gemeinsamen Leitungs- und Mitbestimmungsorgane es geben soll, wobei der Zweck dieser Organe die Erhaltung und Förderung des Charismas, der Gemeinschaft und der Verwirklichung der Sendung ist. Die Kommission hat im Entwurf vorzuschlagen, in welcher Weise diese Organe Autorität ausüben (in persönlicher Form mit Beratung oder in kollegialer Form), wie sie sich zusammensetzen und worin ihre Zuständigkeiten auf oberster, territorialer und lokaler Ebene bestehen sollen. Ebenso muss sie Kriterien zur Bewertung der gemeinsamen Sendung, der Ausbildung und der für eine gute Leitung und Verwaltung der Werke förderlichen Prinzipien aufstellen.

Sobald die Zentralkommission den Entwurf erstellt hat, muss dieser von einem –von der jeweils zuständigen Autorität nach Vorschrift der Konstitutionen bzw. der Statuten einberufenen – außerordentlichen Generalkapitel sowie von den außerordentlichen Generalversammlungen der Gottgeweihten Frauen und der Gottgeweihten Laien des männlichen Zweigs bestätigt werden. Danach soll eine Generalversammlung des Regnum Christi einberufen werden, die die Generalstatuten dem Heiligen Stuhl zur Genehmigung vorlegen wird. Die Vorgehensweise, die eine Teilnahme aller Zweige gewährleistet und die anzuberaumenden Fristen müssen noch festgelegt werden. Voraussichtlich wird sie aber im Jahr 2018 ausgetragen werden.

Natürlich sind die Generalstatuten lediglich ein Mittel, das uns dabei anspornen soll, das in der Taufe begründete Ideal der Heiligkeit zu leben. Wie Sie wissen, stellt das Gesetz der Kirche jene Minimalanforderungen, die nötig sind, um die Gemeinschaft und das Charisma zu erhalten, zu entfalten und zum Ausdruck zu bringen. Alle Mitglieder bemühen sich, nach diesen Vorschriften zu leben, doch gehen sie darüber hinaus und ergänzen es mit dem, wozu die Gnade Gottes sie anregt, damit sie ihrer Berufung zur Heiligkeit entsprechend wachsen.

Ich lade also alle ein, diese Monate zu nutzen, um unsere Dankbarkeit und unseren Enthusiasmus für diesen Weg zu erneuern, den der Herr uns aufgezeigt hat, damit wir unsere Berufung zur Heiligkeit und zum Apostolat verwirklichen. Bitten wir in dieser Zeit, in der wir den Pfad der Redaktion der Statuten beschreiten, den Herrn weiterhin um seinen Geist, damit er ihn aussendet und er uns befähigt, in der ganzen Welt seine Zeugen zu sein.

Ihr Bruder in Christus,

Eduardo Robles Gil LC

Generaldirektor

Zusammenfassung der Ergebnisse der Internationalen Versammlung

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse der Internationalen Versammlung der Laienmitglieder des Regnum Christi in Rom (30. Mai bis 3. Juni 2016)

2016-06-02, Internationales Treffen 10 - Arbeit in Gruppen

Wir stellen hier die Liste der Ergebnisse vor, die der Moderator der Internationalen Versammlung zusammengefasst hat, um den Delegierten bei der Aufgabe behilflich zu sein, das Resultat der Versammlung in den eigenen Sektionen und Niederlassungen vor Ort bekannt zu geben:

(1) Die Laienmitglieder haben ihre Identität erneut bestätigt und folgendermaßen ausgedrückt: „Die Laienmitglieder der Bewegung sind Gläubige, die persönlich auf eine göttlichen Berufung antworten, die darin besteht, inmitten der zeitlichen Gegebenheiten die Versprechen und Aufgaben eines getauften Christen gemäß dem Charisma des Regnum Christi zu leben.“ (Nummer 13 des Entwurfs der Statuten)

(2) Die Laienmitglieder haben ihre Zugehörigkeit zur geistlichen Familie des Regnum Christi und daher ihren Wunsch bekräftigt, in Gemeinschaft mit den Legionären Christi, den Gottgeweihten Frauen und den Gottgeweihten Laien des männlichen Zweigs zu leben und zu arbeiten.

(3) Sie haben die zentralen Aspekte der Spiritualität des Regnum Christi, die sie in Übereinstimmung mit ihrem Stand als Laien leben, bestätigt: die Christozentrik, die praktizierte Nächstenliebe, der kontemplative und evangelisierende Geist, die fünffache Liebe der Mitglieder.

(4) Ihrer Ansicht nach besteht die Sendung des Regnum Christi hauptsächlich darin, Apostel auszubilden – christliche Verantwortungsträger, die im Dienst der Kirche stehen.

(5) Im Leben eines Laien, der der Bewegung angehört, erkennen sie fünf Säulen, auf denen dieses ruht: das geistliche Leben, das Apostolat, die Ausbildung, die persönliche Begleitung und das Teamleben.

(6) In der Frage bezüglich ihrer Rechtsform haben sie beschlossen, keine eigenständige Vereinigung zu gründen, sondern als Einzelpersonen der Bewegung als Ganzes beizutreten.

2016-06-02, Internationales Treffen 10 - Arbeit in Gruppen 03

(7) In Bezug auf die Unterscheidung zweier Grade:

a. wurde festgestellt, dass es unter ihnen tatsächlich zwei Arten von Mitgliedern gibt,

b. dass der Begriff „Grad“ unpassend ist, da die einen gegenüber den anderen keine vollwertigeren Mitglieder sind.

Es bleibt die Aufgabe, neue Bezeichnungen zu finden.

c. Beide sind berufen, das Charisma der Bewegung in Fülle zu leben.

d. Es wird aber festgehalten, dass sich einige Laienmitglieder für die Förderung, Entwicklung und Programmierung des Lebens der Bewegung und für sie selbst verantwortlich fühlen.

e. Dieser Unterschied wirkt sich nicht auf die Rechte und Pflichten im Vereinigungsleben aus, das auf anderer Ebene liegt. Von dieser Warte aus gibt es nur eine einzige Kategorie von Mitgliedern.

f. Diese Identität muss jedoch noch besser beschrieben und begrifflich bestimmt werden, da man sie bisher nur erahnen kann. Ebenso muss erarbeitet werden, welche Auswirkungen sie haben soll (eigene Pflichten, Zulassung usw.) . Die Internationale Versammlung hat der Zentralkommission den Auftrag erteilt, in den Generalstatuten die hier in Frage kommende Vorgehensweise vorzuschlagen.

(8) Sie haben den Wunsch geäußert sowie die Bereitschaft signalisiert, in den von den zukünftigen Generalstatuten vorgesehenen Leitungsgremien ein Mitbestimmungsrecht auszuüben.

(9) Sie haben zum Ausdruck gebracht, dass auf regionaler Ebene die Zersplitterung der Aktivität im Apostolat überwunden und unter allen Mitarbeitern einer Region eine höhere Fokussierung unserer Arbeit im Bereich der Evangelisierung erreicht werden muss.

2016-06-02, Internationales Treffen 10 - Arbeit in Gruppen 02

Im Vertrauen auf den Heiligen Geist Lösungen finden

Raphael Grötsch ist 26 Jahre jung und kommt aus Bayern. Er trat 2007 in Altanta (USA) in das Regnum Christi ein. Schon vorher hatte er an Freizeitangeboten des Regnum Christi für junge Leute in Deutschland teilgenommen. Als „Coworker“ unterstützte er die pastorale Arbeit des Regnum Christi und der Legionäre Christi ein Jahr lang in Bayern. Derzeit studiert er Chemie an der Technischen Universität in München.

2016-06-03, Internationales Treffen 05 - Abschlussgottesdienst 02 b

Vom 30. Mai bis 3. Juni nahm Raphael als gewählter Delegierter aus der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa am internationalen Delegiertentreffen des Regnum Christi in Rom teil. Heute schreibt er darüber, wie er das Treffen erlebt hat und was ihn auch drei Wochen später noch bewegt:

Nach dem territorialen Statutentreffen im Februar 2016 in Bad Münstereifel flog ich Ende Mai nach Rom zum Internationalen Delegiertentreffen. Aus Bad Münstereifel hatte ich Vorschläge für die Statuten aus unserem Territorium und das Wissen über den Ablauf eines solchen Treffens mitgebracht.

Am Anfang war ich sehr gespannt, wie die Mitglieder aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, von den Philippinen über Spanien und Italien bis nach Nord-, Latein- und Südamerika, das Charisma und das Regnum Christi selbst sehen und leben.

Bei den Gruppen- und Plenumsdiskussionen wurde dann sehr schnell klar, dass, egal aus welcher Region die Delegierten kamen, sie alle versuchten, die Essenz des Regnum Christi zu finden und so gut wie möglich in den Statutentext einzubringen. Und das war eigentlich überall die gleiche Grundidee. Bei einer Gruppendiskussion war das sehr eindeutig: alle acht Delegierten dachten, dass genau wegen des jeweils anderen diese spezielle Stelle eingefügt worden war. Am Ende haben wir sie alle gemeinsam gestrichen, weil keiner sie für wichtig hielt.

Ich glaube, es war für alle Delegierten eine Zeit, um sich noch intensiver mit dem Regnum Christi, aber auch mit der eigenen Berufung auseinanderzusetzen und darin zu wachsen. Die intensiven Zeiten des Diskutierens und des Gebets, um nochmal nachzudenken und mit Gott über die beste Lösung zu sprechen, war für mich eine wirkliche Zeit der Gnade. Zu erleben, dass nicht jeder versucht, seine eigene Idee durchzusetzen, sondern im Vertrauen auf den Heiligen Geist Lösungen findet, beeindruckte mich sehr.

2016-06-05, Raphael Grötsch und Gruppe in Rom

Nachdem am Freitag die letzte Sitzung vorüber war, fand sich spontan für die letzten zwei Tage eine Gruppe junger Erwachsener zusammen, um sich gemeinsam Rom anzusehen. Nach diesen zwei Tagen verstanden wir uns so gut, dass man hätte meinen können, wir alle kennten uns schon viel länger. Das war für mich nochmal so ein Erlebnis, bestärkt mit dem Gefühl nach Hause zu kommen, dass die Familie des Regnum Christi nicht nur eine schöne Idee ist. Man hat tatsächlich eine riesige Familie auf der ganzen Welt, die sich um einen kümmert, die gemeinsam betet und sich für das Reich Gottes einsetzt. Mit der man aber auch einfach in Rom, nach einer anstrengenden Tagungswoche, entspannen kann.“

Raphael Grötsch

„Entfache die Gnade Gottes wieder!“

Brief von P. Eduardo Robles Gil LC (Generaldirektor) an die Mitglieder des Regnum Christi zum Abschluss der internationalen Delegiertenversammlung in Rom (30. Mai – 3. Juni 2016).

2016-06-03, P. Eduardo Robles Gil LC 01 b

 Dein Reich komme!

 

Prot. DG-RC 101-2016

Clas. II.1.2

 

Rom, den 4. Juni 2016

Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariä

 

An die Mitglieder und Freunde des Regnum Christi

Liebe Freunde in Christus,

am gestrigen Herz-Jesu-Fest haben wir die 75-Jahr-Feier unserer Gründung und ebenso die Internationale Versammlung der Laienmitglieder des Regnum Christi beendet. Beides waren besondere Gnadenmomente, die uns vor Augen geführt haben, wie Gottes Hand in unserem Leben und in unserer geistlichen Familie wirkt. Sie haben uns Gelegenheit gegeben, Gott zu danken, der uns in seiner unendlichen Barmherzigkeit hoffnungsvoll voranschreiten lässt.

Vom 30. Mai bis zum 3. Juni haben wir – 64 Laiendelegierte, die von den Territorialversammlungen gewählt worden waren, und 16 Teilnehmer der gottgeweihten Zweige der Bewegung – uns in Rom zur Internationalen Versammlung zusammengefunden. Sie war ein weiterer Schritt im Erneuerungsprozess der Bewegung, der darauf abzielt, unser Charisma zu vertiefen, den Eifer für die Sendung zu erneuern und eine angemessene kanonische Rechtsform zu finden. Auch unser Päpstlicher Assistent, Pater Gianfranco Ghirlanda SJ, war zugegen. Am Dienstag 31. Mai stand Erzbischof José Rodríguez Carballo, Sekretär der Kongregation für die Institute des Geweihten Lebens und die Gesellschaften Apostolischen Lebens, der Eucharistiefeier vor. Am Mittwoch 1. Juni feierte Kardinal Velasio De Paolis mit uns die heilige Messe. Außerdem nahmen wir an diesem Tag an der Generalaudienz des Heiligen Vaters auf dem Petersplatz teil.

Mit diesem Brief möchte ich berichten, was wir erlebt haben, und Ihnen die wichtigsten Ergebnisse dieser Versammlung mitteilen sowie kurz die Schritte umreißen, die in den nächsten Monaten folgen werden.

1. „Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder“ (2Tim 1,6)

Diese Lesung aus der Tagesliturgie vom Mittwoch stellt meines Erachtens einen sehr passenden Rahmen dar, um den Geist zu beschreiben, in dem wir die Arbeit dieser Tage aufgenommen haben.

Unser Ausgangspunkt war das Arbeitsdokument (spanisch/englisch), das die Zentralkommission auf der Grundlage der Beiträge der Territorialversammlungen vorbereitet hatte. Wir sind sowohl im Plenum als auch in kleineren Gruppen, die aus Mitgliedern verschiedener Altersstufen, Herkunftsländer und Erfahrungsbereichen zusammengesetzt waren, zusammengetreten und haben uns bemüht, die Stimme des Heiligen Geistes herauszuhören und genauer zu erkennen.

Innerhalb wie außerhalb der Sitzungen haben wir viel miteinander gesprochen und unsere Meinungen ausgetauscht – mit Liebe und Wertschätzung zu dem, was uns gemeinsam ist, manchmal auch mit großer Leidenschaft. Gleichzeitig hatten wir Gelegenheit zu hören, wie andere Standpunkte vertreten werden, und bestätigt zu finden, dass die Unterschiede keineswegs eine Bedrohung für die Einheit der Bewegung darstellen, sondern vielmehr ein Ausdruck ihres Reichtums und ihrer Anpassungsfähigkeit an die verschiedenen kulturellen und kirchlichen Gegebenheiten sind.

Die wesentlichen Grundzüge unseres geistlichen Erbes, die allen zur Bewegung gehörenden Berufungen gemeinsam sind, haben in unseren Herzen eine große Resonanz erzeugt und einmal mehr deren Richtigkeit bestätigt (vgl. Codex des Kanonischen Rechts, can. 578). Ebenso wurde all das erwogen, was die Identität und Sendung der Laien besonders charakterisiert und ihnen eigen ist. Es wurde folgendermaßen formuliert: „Die Laienmitglieder der Bewegung sind Gläubige, die persönlich auf eine göttlichen Berufung antworten, die darin besteht, inmitten der zeitlichen Gegebenheiten die Versprechen und Aufgaben eines getauften Christen gemäß dem Charisma des Regnum Christi zu leben.“

Unter den wesentlichen Facetten unseres geistlichen Erbes stachen der Christozentrismus hervor, die Sendung, Apostel auszubilden und Menschen zu helfen, in ihrer persönlichen Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung zu wachsen und diese dann in dem Lebensstand, zu dem der Herr sie beruft, in den Dienst des Reiches Gottes stellen. Wir haben die Liebe zur Kirche und zum Stellvertreter Christi neu erfahren sowie unsere feste Verbundenheit mit den Bischöfen als Nachfolger der Apostel. Und wir haben uns von der Liebe Christi ansprechen lassen, der kam, um Feuer auf die Erde zu werfen und wünschte, es würde schon brennen (vgl. Lk 12,49).

Wir haben uns einmal mehr daran erinnert, dass unsere Zugehörigkeit zum Regnum Christi auf einer Berufung beruht: Es handelt sich um eine freie Antwort, die in Liebe auf einer persönlichen Einladung Christi erfolgt, der uns bittet, das Evangelium nach einer gewissen Prägung zu leben und uns für den Aufbau seines Reiches und das Wohl der Gesellschaft einzusetzen. Es wurde betont, wie nötig es ist, das geistliche Leben weiter in die Tiefe zu führen und als Wachstum des Lebens der Dreifaltigkeit in jedem Einzelnen zu verstehen, das zur Gleichgestaltung mit Christus führt. Dabei kommt der Vorrang immer der Gnade zu, und das Apostolat und die Bemühung, die Tugenden zu leben, sind eine Antwort auf die göttliche Initiative.

Wir sehen auch, dass wir Richtlinien haben, die es den Mitgliedern und den Menschen, die an unseren Apostolatswerken beschäftigt sind oder unsere Angebote in Anspruch nehmen, ermöglichen, eine ganzheitliche Ausbildung zu empfangen. Selbstverständlich sind die Statuten nicht der Ort, um einen vollständigen Ausbildungsplan zu umreißen und natürlich muss man den Plan an die Umstände der jeweiligen Ortskirche und Kultur anpassen, doch sollten wir allgemeine Orientierungshilfen anbieten, die bei der Ausbildung der Mitglieder dienlich sind.

Ein weiterer Aspekt, den wir mit Dankbarkeit anerkennen, war die Zugehörigkeit zu einer einzigen geistlichen Familie, in der ein gemeinsames Charisma nach verschiedenen Berufungen gelebt wird. Die Laien des Regnum Christi haben bekräftigt, dass sie in Gemeinschaft mit den Legionären Christi, den Gottgeweihten Frauen und den Gottgeweihten Laien des männlichen Zweigs leben wollen. Wir alle wurden darin bestätigt, dass wir an einer gemeinsamen Sendung teilhaben, zu der jeder berufen ist, das Seine beizutragen.

Wie schon bei allen Territorialversammlungen hat fast die Gesamtheit der Laienmitglieder es auch jetzt vorgezogen, keine eigenständige Vereinigung zu gründen, sondern als Einzelpersonen der Bewegung als Ganzes beizutreten. Ebenso besteht ein klarer Wille, entsprechend der Bestimmungen der zukünftigen Statuten an der Leitung der Bewegung mitzuwirken und sich an den Entscheidungen zu beteiligen, die die gemeinsame Sendung betreffen.

Die Delegierten haben ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen, dass wir im Apostolat auf regionaler Ebene die Zersplitterung der Aktivitäten überwinden müssen. Im Bereich der Evangelisierung muss unsere Arbeit eine höhere Fokussierung erreichen, die Frucht der gemeinsamen Sendung vor Ort ist.

Wir haben über unsere Erfahrungen und Überzeugungen im Bereich der Befähigung zur Übernahme von Verantwortung zu gesprochen. Wir sahen, dass wir dieses Thema vertiefen müssen. In diesem Bereich sollte das geläutert werden, was zu läutern ist, bzw. das bewahrt werden, was dem Evangelium entspricht. Etwas Ähnliches können wir über Begriffe wie Effizienz sagen. Sie kann nicht das Ergebnis von Techniken und Strategien sein, sondern rührt daher, dass man sich gelehrsam dem Wirken des Heiligen Geistes zur Verfügung stellt und sich als Person ganz einbringt, mit seinen Talenten und auch seinen Grenzen. Wir haben einmal mehr bestätigt gefunden, dass wir nicht weltlichen Denkweisen verfallen dürfen, die die Logik des von Christus verkündigten Reiches nicht widerspiegeln.

Bei verschiedenen, zum Teil wichtigen Themen ergaben sich Spannungen und Debatten, so dass wir zu keinem Konsens gelangt sind, doch haben wir auch hier bedeutende Fortschritte erzielt. So zum Beispiel haben die Laien festgehalten, dass es zwei Arten von Laienmitgliedern gibt, die wir bisher als ersten und zweiten Grad bezeichnet haben. Ihrer Meinung nach muss eine Bezeichnung gefunden werden, die ihre Identität besser zum Ausdruck bringt. Weiterhin halten sie es für angebracht, dass diese Bezeichnung im Text der Statuten erscheint. Allerdings haben sie die Zentralkommission gebeten, eine Bezeichnung zu finden, die diese beiden Arten der Zugehörigkeit angemessen ausdrückt, wobei das, was im Gesprächsprotokoll festgehalten wurde, berücksichtigt werden soll. In Bezug auf andere Themen bestanden die Differenzen mehr hinsichtlich der Wortwahl. In allen Fällen haben wir auftretende Spannungen und Meinungsverschiedenheiten in dem Wissen angenommen und uns damit auseinandergesetzt, dass das, was uns eint, viel größer ist als das, was uns trennt. Wir werden weiterhin beten und miteinander über diese Punkte im Austausch bleiben müssen, um hier den Willen Gottes zu finden.

Die Delegierten haben sich dafür ausgesprochen, dass die Geschichte der Bewegung mit ihren Licht- und Schattenseiten vertieft werden muss, damit wir die Vergangenheit mit Dankbarkeit betrachten, die Barmherzigkeit Gottes tiefer erfahren, aus den Irrtümern der Vergangenheit lernen und sie in Zukunft vermeiden können und so entdecken, was der Herr uns heute durch diese Begebenheiten sagen will. Das Ideal der Erneuerung bliebe unvollständig, wenn man die Vergangenheit ausblenden würde. Sie im Gedächtnis zu behalten ist eine unumgängliche Bedingung dafür, dass unsere Identität und Sendung in der Kirche bewahrt und entfaltet werden kann.

Wir dürfen sagen, dass im Allgemeinen ein Geist der Gemeinschaft und Brüderlichkeit geglänzt hat. Es war am Anfang nicht wirklich absehbar, wie alles ausgehen würde, doch haben wir auf das Wirken des Heiligen Geistes vertraut. Der Familiengeist und die Atmosphäre des Vertrauens haben es uns möglich gemacht, uns frei und mutig zu äußern. Gleichzeitig half uns das, über die persönlichen Erfahrungen hinauszugehen und das Wesentliche an der Gabe, die wir von Gott empfangen haben, zu entdecken. Wir erfinden diese Gabe nicht selbst, sondern sind dabei, sie zu entdecken und nehmen sie mit neuem Enthusiasmus an.

2. „Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft“ (2Tim 1,8).

Mit dieser Internationalen Versammlung haben nun die Laienmitglieder des Regnum Christi ihre Stellungnahme zu dem abgegeben, was sie als ihre eigene Berufung ansehen und was sie als das Gemeinsame der ganzen Bewegung betrachten. Falls jemand Interesse daran hat, Genaueres zu erfahren, kann er die Ergebnisse der Einzelabstimmungen demnächst auf der Internetseite der Internationalen Versammlung einsehen.

In den kommenden Monaten wird die Kommission für die Revision der Statuten zusammen mit Pater Gianfranco Ghirlanda an einem Vorschlag arbeiten, der dem Regnum Christi als Ganzem eine kanonische Rechtsform gibt. Hierbei werden sie sich auf die von den Laien der Bewegung während der Internationalen Versammlung angestellten Überlegungen stützen, auf die Beiträge des Generalkapitels der Legionäre Christi und der Generalversammlungen der Gottgeweihten Mitglieder. Die Lehren, die wird aus der Umsetzung der Vorläufigen Rahmenordnung für die Zusammenarbeit gezogen haben, werden diese Überlegungen bereichern. Endergebnis dieser Arbeiten soll ein vollständiger Entwurf für die Generalstatuten des Regnum Christi sein.

In Übereinstimmung mit dem von der Kommission vorgeschlagenen Prozess sollen nach Fertigstellung des Entwurfs der neuen Statuten die Legionäre Christi, die Gottgeweihten Laien des männlichen Zweigs, die Gottgeweihten Frauen sowie die Laien gebeten werden, diesen einer Revision zu unterziehen, ehe er dann dem Heiligen Stuhl vorgelegt wird. Wie dies erfolgen wird, ist noch nicht festgelegt, voraussichtlich läuft es aber auf eine Abstimmung durch Vertreter hinaus.

Über diese wichtigen rechtlichen Fragen hinaus liegt es nun an uns, mit anzupacken, „mit für das Evangelium zu leiden in der Kraft, die Gott dazu gibt “, uns darüber mit zu freuen, dass wir dieser Familie innerhalb der Kirche angehören, uns von Gott geliebt zu wissen und die große Chance zu erkennen, uns zu erneuern und zu läutern, um unseren Mitmenschen einen Dienst zu bieten, der dem Evangelium besser entspricht.

Ich vertraue darauf, dass die Gnaden, die Gott in dieser Zeit in unsere Herzen gesät hat, zu gegebener Zeit ihre Frucht bringen werden. Wir müssen sie mit vollen Händen in unseren Sektionen, Apostolatswerken, Teams und Familien austeilen. Hören wir einmal mehr auf die Stimme Christi, der uns einlädt, ihm nachzufolgen, seine unermüdlichen Apostel zu sein, sein Kreuz auf uns zu nehmen und in die ganze Welt hinauszugehen, um sein Reich der Liebe und der Gerechtigkeit, der Barmherzigkeit, der Versöhnung und des Friedens zu verkünden.

Deshalb sage ich Ihnen allen und zu mir selbst: Vorwärts! Es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen! Neues und Unvorhergesehenes soll uns nicht lähmen. Der Weg ist weit und zu weit für uns (vgl. 1Kön 19,7). Schreiten wir in der Gewissheit voran, nicht allein unterwegs zu sein: Jesus begleitet uns mit der Kraft seines Geistes, mit der Güte und Barmherzigkeit seines alles verzeihenden Herzens, mit seiner leidenschaftlichen Liebe zu den Menschen und dem Wunsch, dass sein Vater eines Tages von allen geliebt wird.

Ich bitte alle um ein Gebet für die Delegierten und Teilnehmer der Internationalen Versammlung und auch für das Sekretariatsteam, das uns geholfen hat, diesen Kraftakt zu vollbringen. Allen, die uns mit ihrem Gebet in diesen Tagen unterstützt haben, danken wir von Herzen. Möge die Jungfrau und Gottesmutter Maria Ihre Familien, Gemeinschaften und Teams segnen.

Ihr Bruder in Christus und der Bewegung

Eduardo Robles Gil LC

[Sie können den vollständigen Brief hier auch als PDF-Datei herunterladen.]

„Ihr tragt eine ganze besondere Verantwortung!“

Der letzte Tag (Freitag) des internationalen Delegiertentreffens sollte bewusst auf das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu fallen. Auch thematisch ging es heute in den letzten Sitzungen um eine Kernfrage: Die Abstimmung zur zukünftigen strukturellen Verbundenheit zwischen den drei Zweigen der geistlichen Familie. Von dieser hängen wesentliche Weichenstellungen für die Zukunft der Gemeinschaft ab. Das Kirchenrecht sieht dafür verschiedene Modelle vor. Ausführlich wurden die Fragen der Delegierten dazu beantwortet, vor allem von P. Gianfranco Ghirlanda SJ (Päpstlicher Assistent für die Legionäre Christi), P. Eduardo Robles Gil LC (Generaldirektor) und P. Sylvester Heereman LC (Generalrat).  2016-06-03, Internationales Treffen 02 II b

Schon in den Monaten vorher war in den verschiedenen Ordensprovinzen intensiv über das bisherige Kapitel VII. jetzt Kapitel V. der Statuten beraten worden. In welcher Weise wollen sich die Laien des Regnum Christi in Zukunft mit der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi und den gottgeweihten Frauen und Männern im Regnum Christi verbinden? Vor der Entscheidung trat deshalb große Stille im Saal ein, viele gingen noch einmal im Gebet in sich.

Auch wenn die kirchenrechtlichen Fragen kompliziert erschienen, so war der Wunsch nach einer engen strukturellen Verbundenheit innerhalb der geistlichen Familie heute Nachmittag klar und deutlich zu vernehmen. Dass Ergebnis dieser Abstimmung hätte kaum eindeutiger ausfallen können, spontan setzte ein starker und langer Applaus nach der Stimmenauszählung ein. Eine große Ergriffenheit war spürbar.

Im Bewusstsein der eigenen Geschichte

„Am Kreuz hast du, Herr, erlaubt, dass dein Herz verwundet wird.“, heißt es heute in den Täglichen Meditationen zum Tag (3. Juni 2016). Das internationale Delegiertentreffen fand auch in diesem Bewusstsein statt, dass der Revisionsprozess der Statuten des Regnum Christi Teil des Erneuerungsprozesses der ganzen Gemeinschaft ist, der 2010 begann.

Dank, sei dir, o Herr!

Das internationale Delegiertentreffen endete am Freitagabend mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kapelle des Studienzentrums der Legionäre Christi in Rom. In seiner Predigt sagte P. Eduardo Robles Gil LC an die Delegierten gerichtet: „Ihr tragt eine ganze besondere Verantwortung! Seid Zeugen dessen, was ihr erlebt hat, dass dies möglich ist! Denn noch bleiben uns einige Etappen des Weges zu gehen, und dazu braucht es Geduld. Seid Zeugen dieser Familie, dieser Gemeinschaft, die ihr erlebt hat!“

2016-06-03, Internationales Treffen 03 - Abschlussmesse

Abschlussgottesdienst am Freitagabend in Rom, zusammen mit den Gemeinschaften der Legionäre Christi und der gottgeweihten Frauen und Männer

2016-06-03, Internationales Treffen 04 - Gruppenfoto

Gruppenfoto

Danke allen, die mitgewirkt haben, den vielen, durch deren Hilfe dieser Prozess der Revision der Statuten, der vor allem ein gemeinsamer Weg ist, erst möglich wurde!

Damit endet die Berichterstattung zum Delegiertentreffen. In Kürze werden noch alle öffentlichen Dokumente aus Rom auf diesem Blog veröffentlicht. Die Bekanntmachung erfolgt dann sowohl auf unserer Facebookseite als auch im Newsletter des Regnum Christi.

Karl-Olaf Bergmann

Verantwortung und Teilhabe

Der vierte Tag des Delegiertentreffens (Donnerstag) begann mit der hl. Messe 7.15 Uhr. Aufgrund der Dichte, der zu bearbeitenden Themen und Paragraphen, musste das Tagesprogramm im Vergleich zum Vortag noch einmal gestrafft werden. Die erste Sitzungsrunde des Tages begann 9.00 Uhr im Plenum, eine weitere folgte 10.30 Uhr. Nach der Abstimmung zum 2. Artikel im Kapitel III stellte Kerrie Rivard (Kanada) die Thematik des 3. Artikels vor. In diesem geht es bisher in um eine mögliche Graduierung der Verantwortung und Teilhabe als Mitglied im Regnum Christi. Auf welche Weise dies umgesetzt werden kann, war Gegenstand eines intensiven Austauschs mit zahlreichen Wortmeldungen im Plenum, der erst 14 Uhr endete.Viele Delegierte berichteten dabei von ihren persönlichen Erfahrungen im Alltag. Die Sitzung moderierte P. Sylvester Heereman LC.

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15.30 Uhr begann die Arbeit am Kapitel IV. der neuen Statuten, in dem es um die innere Struktur der Apostolatsbewegung geht. Vor allem die Delegierten aus jenen Ländern, in denen das Regnum Christi schon lange Zeit wirkt und deshalb sowohl eine größere Anzahl an Mitgliedern zählt als auch verschiedene Bildungs- und Sozialeinrichtungen leitet, setzten sich in der Gruppenarbeitsphase intensiv mit den implizierten organisatorischen Fragen auseinander. Die Ergebnisse der Arbeit in den acht Kleingruppen fanden am späten Nachmittag dann Eingang in die Abstimmungen im Plenum.

Herr, ich vertraue auf Dich!

Am Vorabend des Herz-Jesu-Festes (erster Freitag im Monat Juni) versammelten sich alle Delegierten am Abend zu einer Eucharistischen Gebetsstunde in der Kapelle des Tagungshauses. Die Verehrrung des Heiligsten Herzen Jesu gehört zu den Eckpunkten der Spiritualität des Regnum Christi.

2016-06-02, Internationales Treffen 09

Gemeinsam trugen die Delegierten die Anliegen der Mitglieder des Regnum Christi in den verschiedenen Ordensprovinzen im lauten Gebet vor Gott. Die gottgeweihten Frauen im Regnum Christi gestalteten musikalisch den Gesang der stimmungsvollen und überdies besinnlichen Lieder in verschiedenen Sprachen.

Weitere Eindrücke vom Tag gibt auch das Foto-Album auf der eigenen Webseite zur Delegiertenversammlung. Dort finden Sie seit heute auch die ersten Kurz-Videos mit Einblicken und Interviews. Die Videos geben die Atmosphäre dieser Tage besonders gut wider.