Im Kurzvideo direkt aus Rom erklärt P. Andreas Schöggl LC (Territorialdirektor für West- und Mitteleuropa), warum die laufende Generalversammlung des Regnum Christi (9. bis 18. April) für die Gemeinschaft so wichtig ist.
Monat: April 2018
„Apostel machen Christus gegenwärtig“
„Der Herr hört den, der ihn anruft“, mit dieser Reflexion begannen die 91 Delegierten den vierten Tag der Generalversammlung in der heiligen Messe. Dem Gottesdienst stand heute P. Eduardo Robles Gil LC (Generaldirektor) vor.
In seiner Predigt stellte P. Sylvester Heereman LC deutlich heraus: „Wir müssen Apostel sein, Männer und Frauen, die glauben, dass der Herr unter uns ist. (…) Ein Apostel macht Christus gegenwärtig.“ Der vollständige Text kann hier auf unserer Webseite nach gelesen werden (spanisch).
Im Anschluss daran wurde die Sitzung vom Vortag im Plenum fortgesetzt. Die Delegierten konnten dabei den zweiten Entwurf der neuen Statuten des Regnum Christi kommentieren, ihre Überlegungen und Anmerkungen vortragen und darüber abstimmen.

Am Ende dieser Sitzung trafen sie sich in Kleingruppen, um die Nummern 9 bis 41 des Entwurfs anhand der folgenden Fragen zu überprüfen: Gibt es ein Thema, das eine inhaltliche Diskussion erfordert, weil der Fokus überarbeitet werden muss? Denken wir, dass die Ziffern 9 bis 41 der Grundtext des Entwurfs sein können, der im November überarbeitet wird?
Die überarbeiteten Nummern enthalten folgende Themen:
- Nummern 9-11: Ziel und Mission
- Nummern 12-21: Grundlinien der Spiritualität
- Nummern 22-27: geistliches Leben und Weg der Heiligung
- Nummern 28-32: Gemeinschaft und Schutzpatrone
- Nummern 33-41: Charakteristische Merkmale des apostolischen Wirkens
Die Arbeit in Gruppen dauerte den Rest des Vormittags und den Beginn des Nachmittags. Die letzte Sitzung fand am Nachmittag im Plenum in Anwesenheit von P. Ghirlanda statt. Die Delegierten konnten dabei das in den Gruppen Besprochene vortragen und dann darüber abstimmen.

Am Abend fanden sich alle Delegierten zur Eucharistischen Stunde, zusammen mit den Ordensleuten der Legionäre Christi, in der Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe ein, wo Gelegenheit zum stillen und gemeinsamen Gebet bestand.

Gemeinsam unterscheiden
„Wir sind aufgefordert, gemeinsam zu unterscheiden“, sagte P. Gianfranco Ghirlanda SJ, Berater der Kommission für die Revision der Statuten des Regnum Christi, in seiner Predigt zu Beginn des dritten Tages, „Lasst uns darum bitten, dass der Heilige Geist uns leite, wohin er will, um den Willen Gottes zu tun. Das ist die einzig wichtige Sache in unserem Leben.“

Die 91 Teilnehmer der Generalversammlung des Regnum Christi begannen auch diesen Tag mit einer Eucharistiefeier, der P. Gianfranco Ghirlanda vorstand. Die vollständige Predigt (spanisch) finden Sie auf unserer Webseite hier.
In der ersten Plenumssitzung am Vormittag gab Francisco Gámez (Regnum Christi) eine Zusammenfassung der von den Laien geäußerten Überlegungen vom Vortrag. Im Anschluss daran hatten die Delegierten die Möglichkeit, an P. Ghirlanda die noch offenen Fragen zu dem am Dienstag vorgestellten Bericht zu stellen.

Danach setzten die Delegierten die Arbeit an der aktuellen Arbeitsfassung der Statuten des Regnum Christi in acht Kleingruppen fort. Diese bestehen aus Delegierten verschiedener Länder und Altersgruppen, in jeder Gruppe sind sowohl Legionäre Christi als auch Gottgeweihte und Laien des Regnum Christi vertreten, sodass die Vielfalt der Realitäten in der Gemeinschaft gut abgebildet werden kann.

„Die Besprechungen sind sehr zufriedenstellend verlaufen, wobei Vertrauen, Gemeinschaft und Dialog vorherrschten“, sagte Irene Alemany, gottgeweihte Frau im Regnum Christi. „Wir haben uns mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt, bei denen wir verschiedene Standpunkte diskutieren konnten. Wichtig ist, dass wir Klarheit in Ähnlichkeiten und Unterschieden haben“, sagte Karl-Olaf Bergmann, Delegierter aus Deutschland.
Anschließend setzten sie die Plenumssitzung fort. In dieser überprüften sie Nummern und Passagen des am 27. Februar dieses Jahres veröffentlichten zweiten Entwurfs der allgemeinen Statuten (spanisch) über die Identität des Regnum Christi und stimmten darüber ab.


Mikrofon an
Wie Legionäre Christi, Gottgeweihte und Laien die Generalversammlung und den Revisionsprozess der Statuten des Regnum Christi sehen (Video; mehrsprachig).
Welche Bedeutung hat das Regnum Christi in meinem Leben?
Der zweite Tag der Generalversammlung des Regnum Christi begann mit einem Bericht von P. Gianfranco Ghirlanda SJ über den gesamten Weg der Revision der Statuten aus seiner Perspektive als Päpstlicher Assistent für die Legionäre Christi und das Regnum Christi.

Die Delegierten erhielten im Anschluss die Möglichkeit, nach Implikationen zu fragen, die sich daraus für die kanonischen Figur der Gemeinschaft und die Rolle der Laien im Regnum Christi ableiten lassen. Es kam zu einer intensiven Vertiefung dieser Fragen.

Hintergrund: Im Jahr 2010 war P. Ghirlanda zum persönlichen Berater des Päpstlichen Delegierten für die Legionäre Christi, Kardinal Velasio De Paolis (1935-2017), ernannt wurden. Im Jahre 2012 vertraute ihm Kardinal Velasio die Leitung der gottgeweihten Laien im Regnum Christi an. P. Ghirlanda nahm ferner als Präsident an der Generalversammlung der gottgeweihten Laien des Regnum Christi im November 2013 und als Vizepräsident des Außerordentlichen Generalkapitels der Legionäre Christi (Januar/Februar 2014) teil. Am 19. März 2014 benannte ihn P. Eduardo Robles-Gil LC zum Berater der Kommission für die Revision der Statuten des Regnum Christi.
In der darauffolgenden Sitzung führten die Delegierten, in Gruppen nach Ordensprovinzen (Brasilien, Chile, Spanien, Europa, Italien, Mexiko und Mittelamerika, Monterrey, Nordamerika und Venezuela), die thematische Auseinandersetzung über die bisher besprochenen Themen, konkret im Hinblick auf die Realitäten vor Ort, fort. Die Besprechungsgruppen setzten sich somit sowohl aus Legionären Christi, gottgeweihten Männern und Frauen und Laien im Regnum Christi zusammen.
Am Nachmittag trafen sich schließlich nur alle anwesenden 30 Laien-Delegierten des Regnum Christi, um über drei spezifische Punkte nachzudenken: Die Bedeutung des Regnum Christi für ihr Leben, ihre Berufung als Laien und ihre zukünftige Rolle in der Föderation. An dieser Dynamik beteiligten sich alle, in denen sie über die Bedeutung des Regnum Christi in ihrem eigenen, auch ganz persönlichen Leben sprachen. Die Zeugnisse der Laien machten vor allem deutlich, dass für sie das Regnum Christi wirklich ein Instrument ist, um Gott näher zu kommen.

Nach dem Mittagessen bestand die Möglichkeit zur stillen Anbetung in der Hauskapelle, die von den Teilnehmer sehr intensiv genutzt wurde.

Der zweite Tag schloss mit einer hl. Messe und Feier der Exequien für den am 2. April in Rom verstorbenen Bruder Anthony Freeman LC. Es war ein sehr bewegender Gottesdienst, während dem seine Mitbrüder aus der Ordensgemeinschaft und viele seiner Freunde von ihm Abschied nahmen. Br. Anthony hatte noch am 1. April, Ostersonntag, während der hl. Messe mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz als Ministrant das Kreuz tragen dürfen. 
Unter Freunden
Meine ersten Eindrücke von der Generalversammlung des Regnum Christi in Rom könnte ich auch problemlos in zwei Worten zusammenzufassen: unter Freunden.
Wir sind 91 Delegierte aus Argentinien, Österreich, Brasilien, Kanada, Chile, Italien, Mexiko, El Salvador, Spanien, USA, Philippinen, Frankreich, Venezuela und Deutschland. 37 davon sind Legionäre Christi, 30 Laien im Regnum Christi (13 Frauen, 17 Männer), 18 gottgeweihte Frauen und sechs gottgeweihte Männer im Regnum Christi. Die meisten habe ich schon in den letzten Jahren kennenlernen dürfen, vor allem während der Internationalen Versammlung des Regnum Christi (30. Mai bis 3. Juni 2016). Das weckt viele gute Erinnerungen, besonders an die Erfahrungen der gemeinsamen Suche, wie das Regnum Christi in Zukunft aussehen soll; Erfahrungen des sich Zuhörens, des fair miteinander Dikutierens und des intensiven Austauschs und der Überlegung.
Ziel dieser Generalversammlung ist es nun, eine für die Zukunft angemessene kirchenrechtliche Gestalt für das Regnum Christi als Ganzes, inbegriffen in diesem Sinne auch die Legionäre Christi und die gottgeweihten Männer und Frauen im Regnum Christi, zu finden und darüber abzustimmen, sodass eine Approbation dieser durch den Heiligen Stuhl noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden kann.

„Verfolgen Sie Ihren Weg mit der Gewissheit, dass die Kirche Ihnen zur Seite steht“, sagte Kurienerzbischof José Rodríguez Carballo OFM gleich zu Beginn seiner Predigt während des Eröffnungsgottesdienstes am Montagmorgen in der Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Rom. Er lud alle dazu ein, einen bedingungslosen Glauben zu leben, der Fragen zulässt, sich aber immer der Unermesslichkeit des Geheimnisses Gottes bewusst bleibt.
„Liebe Brüder, in dieser Versammlung müssen wir uns fragen, was fordert der Herr in diesem Moment von mir? Nicht vor fünfzig Jahren, nicht in fünfzig Jahre. Jetzt! Die Vergangenheit gehört uns nicht mehr, von der Zukunft wissen wir noch nicht, ob es unsere sein wird. Hier und jetzt ist die schöpferische Treue gefragt […] Das Charisma ist etwas Aktuelles, Wanderndes, denn sonst könnte es nicht auf die Zeichen der Zeit reagieren. Unser Gott ist der Gott der Geschichte.“
Weiter sagte er: „Möge diese Generalversammlung ein besonderer Moment sein, um das Charisma wiederzubeleben […] Um in Gemeinschaft den Willen des Herrn zu erkennen. Und, bitte, habt keine Angst. Angst ist ein Mangel an Glauben. Manchmal rechtfertigen wir das mit vielen schönen Worten, aber tief im Inneren ist Angst ein Mangel an Glauben.“ In diesem Zusammenhang erinnerte der Erzbischof auch daran, dass Papst Franziskus den Weg des Regnum Christi aus der Nähe verfolgt und für die Gemeinschaft betet.
Der erste Tag war im Wesentlichen geprägt von dem sich Vertrautmachen mit den verschiedenen Arbeitsmaterialien und Dokumenten und den Abläufen für die kommenden Tage. Dabei gab es viel zu Zeit zum persönlichen Gespräch und Austausch.

Außerdem informierten P. Sylvester Heereman LC (Leiter der Generalkommission für den Revisionsprozess), P. Eduardo Robles-Gil LC (Generaldirektor der Legionäre Christi), Gloria Rodríguez (Generaldirektorin der Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi) und Jorge López (Generalverantwortlicher der Gottgeweihten Laien vom männlichen Zweig des Regnum Christi) detailliert über den gesamten Verlauf des Revisionsprozesses in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen. Im Anschluss daran konnten alle Delegierten dazu Fragen stellen.
Im Laufe des ersten Tages entstand folgendes Kurzvideo, das ein paar sehr schöne visuelle Eindrücke vom Tag vermittelt. Auch die kommenden Tage der Generalversammlung beginnen täglich 9.15 Uhr mit der hl. Messe und am Ende des Tages, ab 21.00 Uhr, besteht die Möglichkeit zur Eucharistischen Anbetung.

